Besuch der Iambi Secondary School – Studienfahrt 2014 ,,Einmal Iambi hin und zurück“

Kurz vor den Sommerferien hat sich wieder eine Gruppe Scharnhorstler auf den Weg nach Iambi, zu unserer tansanischen Partnerschule gemacht. Sieben Jungen uns zwei Mädchen aus den 10. und 11. Klassen sowie Frau Solbrig und Herr Rausch haben sich an einem Dienstagabend in Hannover in den Flieger gesetzt und waren schon am nächsten Vormittag, nach zweimaligem Umsteigen, in Amsterdam und Nairobi, am Kilimandscharo (Airport). Dort wurden wir von Stephen Kitotot (Fahrer), Emaely Willy Shillah (Biologie- und Chemielehrer), Noel Ibrahim (Schüler) und Sakima Yusuph (Schülerin) erwartet und freundlich begrüßt. Eine Stunde später erreichten wir Arusha (Stadt im Norden Tansanias).
Da Chistiania Stieghorst schon einige Tage vorher nach Tansania gereist war und zusammen mit Stephen bereits alles organisiert hatte (Hotel, Bus, Safari), konnten wir uns voll aufs Ankommen konzentrieren (unübersichtlicher Linksverkehr, buntes Durcheinander, fremde Gerüche und Küche, gar nicht so heißes Wetter und Bündel großer Geldscheine). Während die Schüler erste Erfahrungen im Souvenirhandel erwarben, kauften die Lehrer Chemikalien und ein weiteres Gerät für die Projekte.
Zwei Tage später teilten wir uns dann. Die größere Gruppe fuhr mit wenig und abgeklemmter Blase im öffentlichen Bus 8 Stunden nach Singida (Kleinstadt 350 km südlich von Arusha), den galt es zeitweise mit einigem lebenden Federvieh zu teilen. Zwei begleiteten Stephen mit dem ganzen Gepäck auf derselben Strecke im Auto, aber mit Toilettenpause. Christiania erwartete uns schon, auf dem Markt in Singida kauften wir die letzten Vorräte für die kommenden zwei Wochen sowie 24 Liter Ölfarben für das Laboratorium.
Ein weiterer öffentlicher Bus brachte uns dann am nächsten Tag in 80 km nordnordwestlich gelegene Iambi, wo wir mit Blumen und Gesang herzlichst empfangen wurden. Inzwischen war es Samstag und wir waren endlich angekommen. Für die kommenden zwei Wochen wurden wir ein Teil der Iambi Secondary School, bestens umsorgt von einer Kochgruppe um Mama Nkurlu, die uns mittags und abends ganz ladentypisch bekochte – mit viel roten Bohnen, Süßkartoffeln und Reis.
Nach der obligatorischen Vorstellung vor der Gemeinde im sonntäglichen Gottesdienst, bei dem wir nicht nur unser musikalisches Talent unter Beweis stellen mussten, sondern der uns mit einer Dauer von etwa drei Stunden auch einiges an Sitzfleisch abverlangte, stürzten wir uns am Montag in die Arbeit an unseren drei Projekten: Einrichtung eines Computerraumes, Verschönerung des Laboratoriums und Aufbereitung der chemischen Sammlung. Dazu wurden Gruppen mit je 3 deutschen und 3 tansanischen Schülern bzw. Schülerinnen aus der Form 3 (entspricht unserer 10. Klasse) und je einer Lehrkraft gebildet. Die Verständigung erfolgte auf Englisch, was auch meistens klappte. 

Gearbeitet wurde täglich von 09:00 bis 14:00 Uhr und mitunter zusätzlich von 14:00 bis 17:00 Uhr.
Die Computergruppe installierte die 12 mitgebrachten Laptops sowie den Beamer und erarbeitete mit tansanischen Schülern den Einstieg in der Computerwelt. Die Verschönerung des Laboratoriums wuchs über die Tage von einem Periodensystem zur Bemalung aller Wände mit biologischen und chemischen Motiven. Dazu musste zuerst die Kalkfarbe abgekratzt (hust, hust), zweimal weiß grundiert, mit feinem Strich vorgezeichnet und dann ausgemalt werden. Bis zur Einweihung in der zweiten Woche am Donnerstag gab es dabei reichlich zu tun, aber da viele deutsche und tansanische Hände sich ergänzten, haben wir es geschafft. Im dritten Projekt wurde in den ersten Tagen die naturwissenschaftliche Sammlung gereinigt, neu sortiert, ergänzt und Lösimge. angesetzt. Anschließend wurden chemische Versuche vorbereitet und mit den vier Klassenstufen anprobiert.
Zwischendurch gab es immer wieder interessante und vor allem vielfältige Begegnungen. Ob bei Fuß- und Volleyball, eine Wanderung mit der ganzen Form 3 zu alten Felszeichnungen, im Debateclub oder einfach einem kurzen Plausch auf dem Schulgelände – die verschiedenen Möglichkeiten des Austausches mit den tansanischen Schülern und Lehrern wurden von uns intensiv genutzt.
Es hatte sich auch im Rest des Dorfes schnell herumgesprochen, dass wazungus, also Weiße, in Iambi sind, und so begleiteten uns überall neugierige Blicke. Für die Schüler der Grundschule waren besonders die Malerarbeiten um Laboratorium interessant, sodass sich nachmittags stets eine große Traube vor der Tür bildete. Sie waren es auch, die nicht müde wurden, uns mit einem freundlichen ,,Good mornung“ zu grüßen – egal zu welcher Tageszeit.
Nach zwei Wochen fiel uns der Abschied schwer und einige haben versprochen wiederzukommen. Über Singida ging es zurück nach Arusha, von wo aus wir noch eine Safari in den Tarangire Nationalpark unternahmen. So viele Tiere (über 1000 Gnus, 200 Zebras und Elefanten, Gazellen, Giraffen, Straußen, Wasserböcke, Paviane, Warzenschweine und 4 Löwen) haben wir bei all unseren Zoobesuchen zusammen nicht gesehen.
Die Rückreise erfolgte wieder an einem Dienstag auf dem gleichen Weg, aber diesmal um 3 Uhr morgens. Wir verließen Tansania bei Sonnenaufgang mit einem grandiosen Blick auf den Kilimandscharo. Gegen 18:00 Uhr erreichten wir Hannover, schneller als einige unserer Koffer, die den Umstieg in Amsterdam nicht geschafft hatten, und wurden von den Daheimgebliebenen schon sehnsüchtig erwartet.
                                                                                                                Kurt Rausch